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#Verschwendung vermeiden

Brainstorming-Runde führen, ohne die besten Ideen zu verlieren?

Warum schaf­fen einige Brain­stor­ming- und Krea­ti­vi­täts­run­den gi­gan­ti­sche Er­geb­nis­se, aber deine klingen alle ziem­lich gleich? Was machen diese Men­schen in ihren Work­shops anders? Was wäre, wenn es zwei Mög­lich­kei­ten gibt, wie die Ideen­ge­ne­rie­rung er­folg­rei­cher passiert? 

Wenn es um das Thema Brain­stor­ming und Ideen­ge­ne­rie­rung geht, dann gibt es ein großes kom­mu­ni­ka­ti­ves Problem, das die Krea­ti­vi­tät massiv beeinträchtigt.

Die Falle

Viele krea­ti­ve Runden neigen dazu, dass die Er­geb­nis­se der Reihe nach prä­sen­tiert werden. 

Zuerst stellt Müller seine Idee vor, dann Jansen usw. 

Wenn du meinen Beitrag zum Thema: “Die ersten Worte wirken” schon gelesen hast, dann weißt du, wie schnell wir uns davon be­ein­flus­sen lassen.

Hier tappen viele in die Falle! 

Wenn Müller sehr do­mi­nant und über­zeu­gend auf­tritt, kann es pas­sie­ren, dass Jansen sich davon ein­schüch­tern lässt.

“Mein Vor­schlag, meine Idee wird auf keinen Fall so gut sein, wie die von Müller.” 

Jansen ist über­zeugt: “Müller ist do­mi­nant und stark. Wenn Müller eine Idee so selbst­be­wusst ver­tritt, dann ist diese Idee be­stimmt besser wie meine. Mein Vor­schlag wird nie so gut sein, ich schließ mich Müllers Vor­schlag lieber an.

Viel­leicht ist Müller sogar die do­mi­nan­te Füh­rungs­kraft von Jansen. 

Die Angst ist zu groß, dass der eigene Vor­schlag Müller nicht ge­fal­len wird. “Was wenn mir Müller das nach diesem Seminar negativ auslegt und sauer auf mich ist?”

“Wenn meine Füh­rungs­kraft eine Idee hat, dann wird genau das si­cher­lich der rich­ti­ge Weg sein.” Jansen schweigt lieber!

Erfolgreich Ideen schaffen

Du als Füh­rungs­kraft oder Be­spre­chungs­lei­tung soll­test es als deine Pflicht sehen, dafür zu sorgen, dass jede Idee ihren Platz findet!

Nicht nur wurde viel Zeit und Geld in die Er­schaf­fung neuer Ideen gesteckt. 

Wenn Men­schen per­ma­nent daran ge­hin­dert werden (auch wenn sie sich selbst dabei im Weg stehen), ihre eigene Meinung offen kund­zu­tun, hat das lang­fris­tig ne­ga­ti­ve Folgen.

Schnell leidet direkt die Mo­ti­va­ti­on, wenn vor allem do­mi­nan­te Alpha-Tier­chen am Anfang vor­pre­schen. Deshalb hier zwei Lösungen:

Stärkstes Glied ans Ende

Eine Mög­lich­keit lautet: Setz die stärks­ten Glieder ans Ende der Kette. Das be­deu­tet, dass zuerst die­je­ni­gen prä­sen­tie­ren, die du als sprach­lich weniger wort­ge­wandt, schnel­ler be­ein­fluss­bar oder un­si­che­rer ein­schät­zen würdest. 

Klar würden sich diese Men­schen wün­schen, dass sie am liebs­ten über­haupt nicht erst prä­sen­tie­ren müssten. Aber so er­mög­lichst du es ihnen we­nigs­tens, dass sie ihre besten Ideen ohne Be­ein­flus­sung von vorab do­mi­nan­te­ren Wesen vorstellen. 

Vor allem dann, wenn es hier­ar­chi­sche Un­ter­schie­de gibt, ist es sinn­voll, das stärks­te Glied ans Ende zu setzen. 

Al­ler­dings sollte dir auch klar sein, dass das Schluss­licht even­tu­ell noch einmal Stel­lung zu allen vorher prä­sen­tier­ten Ideen be­zie­hen will. Dann ist es deine Aufgabe recht­zei­tig zu moderieren.

Ideen verschriftlichen

Eine weitere Mög­lich­keit, die dazu bei­tra­gen kann, dass jeder seine Idee frei vor­trägt, kann das Ver­schrift­li­chen eben dieser sein.

Dadurch, dass die Teil­neh­men­den ein zum Bei­spiel vor­ge­fer­tig­tes For­mu­lar mit ihren Ideen aus­fül­len und z.B. bei dir abgeben müssen, hast du dir zwei neue Mög­lich­kei­ten geschaffen.

Erstens kannst du nun selbst den Part des Vor­tra­gen­den über­neh­men und neutral alle Ideen vortragen.

Zwei­tens sinkt die Wahr­schein­lich­keit etwas, dass sich Men­schen, nachdem sie ihre Worte auf­ge­schrie­ben haben, plötz­lich wieder dagegen entscheiden. 

Schlussgedanke

Die ele­gan­tes­te und nach­hal­tigs­te Lösung wird wohl sein, dass du eine Kultur schaffst, in der das An­ders­den­ken belohnt und nicht be­straft wird. Eine Kultur in der Men­schen Freude am mit­ein­an­der Dis­ku­tie­ren haben, weil nur so Neues ent­ste­hen kann! 

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