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Gutes Zuhören lernen: Mach den Test

Jetzt denkst du dir viel­leicht … “also bitte junger Mann, na­tür­lich hör ich zu!” Machst du das wirk­lich? Mach den Test und finde es direkt jetzt selbst heraus!

Jetzt denkst du dir viel­leicht … also bitte junger Mann. Na­tür­lich hör ich zu! Mach den Test und finde es direkt jetzt heraus!

Zuhör-Test

Lass uns direkt damit starten, dass wir dein Zuhören testen. Hör dir die nach­fol­gen­de Ge­schich­te an und be­ant­wor­te die darin ge­stell­te Frage:

Die Ge­schich­te der 2 Männer am Ufer

Die Moral der Geschichte

Wenn du in diese kleine Falle getappt bist, dann ist das völlig normal.

Dein Gehirn hatte sofort ein geis­ti­ges Bild dieser Szene vor Augen. Dabei hat es ver­sucht, feh­len­de oder son­der­ba­re In­for­ma­tio­nen so gut es geht schlüs­sig für dich darzustellen. 

Plötz­lich hast du zwei Männer ge­mein­sam auf einer grünen Wiese vor einem rei­ßen­den Fluss stehend gesehen.

Unser Gehirn ergänzt feh­len­de, mehr­deu­ti­ge oder miss­ver­ständ­li­che In­for­ma­tio­nen mit Mut­ma­ßun­gen und eigenen Er­fah­run­gen, die die ganze Ge­schich­te plau­si­bler machen. Wir suchen immer nach unserem eigenen roten Faden. 

Das Problem dabei

Das Problem dabei ist, dass wir nicht nur bei dieser Ge­schich­te mut­ma­ßen. Bei jedem Ge­spräch, das wir mit anderen Men­schen führen, besteht die Gefahr, dass wir nicht richtig hin­hö­ren und mutmaßen.

Deshalb: Achte darauf, ob du gerade wirk­lich zuhörst und das ver­stehst, was du gerade gehört hast oder ob du nicht doch zwi­schen den Zeilen etwas liest, das dort gar nicht steht.

Die geheime Lösung

Es gibt eine geheime Lösung, die das Problem der In­ter­pre­ta­ti­on lösen kann!

Wenn wir anderen Men­schen dabei helfen wollen, sich in einem Ge­spräch wohl­zu­füh­len, dann sollte es unser Ziel sein, so wenig Miss­ver­ständ­nis­se zu schaf­fen und vor­ei­li­ge Schlüs­se zu ziehen, wie nur möglich. Wir selbst sparen uns dadurch Konflikte.

Die Lösung lautet: nach­fra­gen und rückversichern! 

Eine Übung fürs Zuhören

Ent­wick­le ein Gefühl dafür, wie und ob du bisher Men­schen wirk­lich zu­ge­hört hast. Das kannst du dadurch üben, dass du dir einen Übungs­part­ner oder eine Übungs­part­ne­rin suchst und fol­gen­de Ge­schich­ten-Übung machst.

Das klappt üb­ri­gens auch wun­der­bar digital via Skype, Zoom oder was auch immer du an di­gi­ta­len Kom­mu­ni­ka­ti­ons­platt­for­men hast.

Einer von euch beiden erzählt eine Ge­schich­te. Nach jedem Sin­nes­ab­schnitt gibt es eine Pause und das Ge­gen­über wie­der­holt in eigenen Worten, was der andere gerade gesagt hat. Ist es falsch, wird sofort nach­ge­fragt und die Si­tua­ti­on noch einmal geschildert.

Die Ge­schich­te wird erst dann wei­ter­erzählt, wenn das Ge­gen­über den bis­he­ri­gen Teil der Ge­schich­te korrekt wie­der­ge­ge­ben hat. Das heißt nur die ZDF, Zahlen, Daten und Fakten genannt hat, die auch wirk­lich in der Ge­schich­te so vor­ge­kom­men sind. 

Danach wech­selt die Rollen! 

Ein Beispiel:

Partner 1 sagt: “Peter ist gestern Abend in der kurzen Hose von München nach Nürn­berg zu Fuß ge­gan­gen. Es war sehr kalt und Peter hat sehr gefroren.”

Partner 2 sagt: “Du hast gesagt, dass der Peter gestern nur in der kurzen Hose be­klei­det sehr ge­fro­ren hatte, als er gerade zu Fuß auf dem Weg von München nach Nürn­berg war.”

Wenn das stimmt, erzählt Partner 1 die Ge­schich­te weiter.

Wir können das auch gerne kurz ge­mein­sam üben. Wie­der­ho­le in deinen eigenen Worten, was ich jetzt schreibe:

Peter hat keine Haare auf dem Kopf

Viel­leicht hast du jetzt gesagt: Peter hat eine Glatze … wun­der­bar! Weiter geht’s:

Wochen später hat Peter Haare auf dem Kopf. Sie haben eine Länge von einem Zen­ti­me­ter

Jetzt bin ich ge­spannt, was du gesagt hast. Hast du gesagt: Peter hat Haare auf dem Kopf? Schon wieder vorbildlich!

Wenn du aber gesagt hast, Peter hat kurze Haare, dann bedenke, dass Peter vorher eine Glatze und gar keine Haare hatte. Für ihn sind das viel­leicht keine kurzen sondern lange oder viel Haar im Ver­gleich zu gar nichts. So­for­ti­ges Kon­flikt­po­ten­zi­al und doch sehr span­nend oder?

Aber Achtung!

Das ist nur für Übungs­zwe­cke gedacht. Fang mir jetzt ja nicht an, alles was dein Ge­gen­über gesagt hat per­ma­nent nach­zu­plap­pern. Denn das wirkt schnell un­na­tür­lich, ge­stellt und wird dadurch für beide Seiten unangenehm.

Das Wie­der­ho­len des ganzen In­hal­tes soll dir nur als Übung dabei helfen, ein Gefühl dafür zu ent­wi­ckeln, was es heißt, wirk­lich zuzuhören.

Wenn du dir sicher sein willst, ob du etwas richtig ver­stan­den hast, dann frag gerne nach und wie­der­hol das, was du gehört hast. Wie sooft: Die Dosis macht das Gift.

Am besten fängst du mit fol­gen­den Worten an: “Wenn ich dich richtig ver­stan­den habe, dann …”. So lässt du deinem Ge­gen­über immer die Wahl zu ent­schei­den, ob du ihn richtig ver­stan­den hast. 

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