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#Konflikte lösen #miteinanderreden #Stressprävention

Du willst mit Menschen die dich wütend machen im Gespräch bleiben?

Wenn jemand etwas zu dir sagt, das du scharf ver­ur­teilst, dann kann schnell Wut ent­ste­hen. Wenn du aber im Ge­spräch bleiben willst oder musst, kann das “sich Hin­ein­ver­set­zen” dabei helfen, diese Wut zu reduzieren.

Wenn jemand etwas zu dir sagt, das du scharf ver­ur­teilst, dann kann schnell Wut ent­ste­hen. Wenn du aber im Ge­spräch bleiben willst oder musst, kann das “sich Hin­ein­ver­set­zen” dabei helfen, diese Wut zu reduzieren.

Die Geschichte von Peter

Stell dir vor, du lernst Peter kennen. Peter ist 46, al­lein­er­zie­hen­der Papa zweier wun­der­vol­ler Töchter. Marie ist 16 und Paula ist 13. 

Peter ist ein un­glaub­lich lie­be­vol­ler Vater und kümmert sich rührend um seine beiden Töchter.

Paula ist krank. Sie braucht sehr teure Me­di­ka­men­te und Be­hand­lun­gen, die nicht voll­stän­dig von der Kran­ken­kas­se über­nom­men werden.

Nach einem Unfall auf der Bau­stel­le kann Peter nicht mehr ar­bei­ten und plötz­lich reicht das Geld vorne und hinten nicht mehr aus.

Er trifft eine Folgen schwere Ent­schei­dung. Er wird eine Bank über­fal­len um endlich wieder an Geld für die Be­hand­lung seiner Tochter zu kommen.

Zwei Tage vor dem 14. Ge­burts­tag seiner kleinen Tochter macht er sich auf dem Weg zur nächs­ten Bank. Von einem be­kann­ten Jäger hat er sich heim­lich eine Pistole geklaut.

Er zieht sich eine Sturm­hau­be über den Kopf und stürmt be­waff­net in die Bank Filiale. “Geld her! Das ist ein Überfall!”

Julia, die Lei­te­rin der Bank ist mit ihrer Azubine Tamara am Schalter.

Als der mas­kier­te Mann rein­stürmt und nach dem Geld ver­langt, bricht Tamara in Tränen aus. Sie wird nach diesem Über­fall so trau­ma­ti­siert sein, dass sie nie wieder in ihrem Beruf ar­bei­ten kann.

Wie fühlst du dich?

Für viele Men­schen ist es ge­fühls­tech­nisch gar nicht so einfach, sich hier für ein Gefühl zu entscheiden. 

Wütend auf den Bank­räu­ber, weil er die Kar­rie­re von Tamara zer­stört hat? 

Traurig, weil Peter keine andere Mög­lich­keit gesehen hat?

Ent­täuscht, weil Peter keine Un­ter­stüt­zung vom Staat er­hal­ten hat?

Wie und Warum

Egal, wie wir auch das Ver­hal­ten von Peter be­ur­tei­len, eine Sache nehmen wir den we­nigs­ten Men­schen krumm: Ihr Warum!

Peters Be­weg­grund, die Tat aus­zu­füh­ren (das WIE er sein WARUM er­rei­chen wollte), war es seiner Tochter zu helfen. 

Auch wenn er dadurch der Tochter eines anderen Men­schen ge­scha­det hat, wir alle wollen unseren Kindern Liebe und Si­cher­heit schen­ken. Das findet die Mehr­heit der Men­schen richtig.

Was wir falsch finden, ist das WIE: wie er ver­sucht das Problem zu lösen.

Für deine Kommunikation:

Ich habe dir auf­ge­zeigt, dass wir das Wie der Men­schen gerne vor­ei­lig ver­ur­tei­len, weil wir das Warum nicht kennen, ver­ste­hen oder hin­ter­fra­gen. Schnell wird es dadurch er­schwert, kon­struk­ti­ve Ge­sprä­che für eine ge­mein­sa­me Lösung zu finden.

Du musst auf keinen Fall Bank­über­fäl­le gut finden, aber viel­leicht ver­suchst du zu ver­ste­hen, warum dein Mit­ar­bei­ter zu spät ge­kom­men ist, anstatt nur wütend darüber zu sein, dass er zu spät ist. 

Viel­leicht ver­suchst du zu ver­ste­hen, warum dein Partner oder deiner Part­ne­rin ein böses Wort ver­lo­ren hat, anstatt sofort zurückzuschießen?

Wir können mit anderen Men­schen deut­lich ge­las­se­ner umgehen, wenn wir uns mehr auf ihr Warum als auf ihr Wie und Was kon­zen­trie­ren.

Es geht darum, dass wir zuhören, mit dem Wunsch ver­ste­hen zu wollen und uns nicht immer sofort unseren vor­ei­li­gen Ur­tei­len und Ge­füh­len hingeben.

Wechsel die Per­spek­ti­ve und ver­su­che zu ver­ste­hen, warum jemand etwas macht oder aus­spricht. Viele Ver­hand­lun­gen schei­tern, weil die Men­schen mehr über das spre­chen, was und wie sie es haben wollen, anstatt über das zu spre­chen, warum sie es wollen.

Oft ist es das Warum, das uns Men­schen verbindet! 

Wenn wir das Warum ver­ste­hen, finden wir mehr ge­mein­sa­me Lö­sun­gen und vor allem aber können wir der Wut in der Kom­mu­ni­ka­ti­on entgegenwirken.

Wie siehst du das? Glaubst du es hilft dir dabei, wirk­lich extreme andere Mei­nun­gen und Ver­hal­tens­zü­ge dadurch etwas ge­las­se­ner zu betrachten?

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